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"Ich liebe es, bunt zu leben"
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"Malen ist wie eine Insel im Alltag", erzählte Gudrun Müller-Nohl anlässlich der Ausstellung ihrer Bilder im Café der Kirche im Hof. Vom 4. Oktober bis zum 15. November 2007 wurden dort Ölgemälde gezeigt, die einen repräsentativen Querschnitt aus dem Werk der Malerin boten. Die Bilder, die sowohl abstrakte als auch fotorealistische Motive zeigen, fallen vor allem durch kräftige Farben auf. "Ich liebe es, bunt zu leben, bunt zu essen und bunt zu malen", merkte Gudrun Müller-Nohl an. Die Diplom-Ingenieurin ist hauptberuflich als Innenarchitektin tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann Rainer Nohl betreibt sie in Lohfelden ein Architekturbüro. Das Malen ist dafür eine Kraftquelle. "Beim konzentrierten Malen kann man alles andere vergessen", hat Gudrun Müller-Nohl erfahren. Dass Malerei für sie jedoch keine Flucht vor den Mitmenschen ist, zeigt ihre Motivwahl: Meist sind es Menschen in verschiedensten Lebenssituationen: "Deren Innerstes möchte ich sichtbar machen", erklärt die Künstlerin ihre Intension. Und die Bilder sollen das Positive des Lebens unterstreichen. Gemalt hat Gudrun Müller-Nohl schon seit ihrer Kindheit, durch das Architekturstudium in Düsseldorf hatte sie jedoch auch die Gelegenheit, ihre Kunst zu professionalisieren. Bilder von Gudrun Müller-Nohl waren bereits bei verschiedenen Ausstellungen in Kassel zu sehen. Zur Vernissage konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden, von denen einige zum ersten Mal ins Café gekommen waren. In ihrer gelungenen Laudatio interpretierte Mechthild Williamson einfühlsam die Bilder und würdigte die Künstlerin. Frank Fornaçon Aus der Laudatio von Mechthild WilliamsonIn ihrer Eröffnungsrede beschrieb Mechthild Williamson Kunstwerke als "geistige Kinder", die gerade dann eine größere Rolle einnehmen würden, wenn die leiblichen Kinder das Haus verlassen. Die Herrnhuter Tageslosung "Kinder sind eine Gabe des Herrn" deutete sie in diesem Sinn: "Wo du schöpferisch bist und geistige Kinder erschaffst, die dem Leben und der Freude dienen, da bist du Gottes Reich ganz nah." Wer sich in Müller-Nohls Bilder vertiefe, erlebe Geschichten von Wachstum und Entwicklung, sagte die Rednerin. Die Leuchtkraft der Ölbilder trieben Trübsinn und Langeweile aus. Die Ausdrucksformen bewegten sich zwischen Realismus und Abstraktion, von fotorealistischen Portraits über halbabstrakte, farblich verfremdete Bilder bis hin zu weitgehend figürlichen Darstellungen. In den Portraits trete die Befindlichkeit der Modelle deutlich zutage. Die Malerin sagt selbst zu ihren Bildern: "Ich möchte Äußeres und Inneres gleichzeitig malen: Inneres sichtbar machen." Das wurde im Café bei der Bilderserie "Geliebtes Kind" deutlich, in der es groß und bunt um Schwangerschaft, Mutterschaft, beglückende wärmende Kleinkinderzeit geht. Gleichsam aus der Wand gegenüber pflügte sich der "Freischwimmer" kraftvoll durch tiefblaues Wasser; ob er sich freimachen will, weg von beengenden Lebenssituationen, die Entwicklung hemmen und Wachstum unmöglich machen? Die jüngsten Werke der Malerin haben die Treppe als Motiv. Sie symbolisiert Entwicklung und Übergang. Bei aller Unsicherheit laden sie zum Vertrauen ein: Es geht weiter, und es ist hell und farbig, wo du hingehst. Gudrun Müller-Nohl spürt geradezu, dass die Farben von selber aufs Bild wollen. Mit einem Zitat schlug Mechthild Williamson den Bogen zu ihren Anfangsgedanken: "Bunt ist die Farbe der Kinder." Neville Williamson |
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| Gudrun Müller-Nohl | |||||||
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| Mechthild Williamson und Gudrun Müller-Nohl | |||||||
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| Nora Nohl | |||||||
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| Frank Fornaçon | |||||||