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Gelungene Gemeinschaft
Gemeindefreizeit im Haus der Begegnung in Rotenburg/Fulda


Als Gemeindepraktikantin war die Gemeindefreizeit vom
7. bis 9. September im Haus der Begegnung in Rotenburg/Fulda meine erste - und wahrscheinlich auch letzte Freizeit mit der Gemeinde Kassel-West. Doch nicht, weil es mir mit euch nicht gefallen hätte! Ich mache nur für einen knappen Monat hier ein Praktikum, komme ins fünfte Semester am Theologischen Seminar in Elstal und möchte Pastorin werden.

Am Freitagabend begann die Gemeindefreizeit, ich fuhr mit Hans und Sieglinde Welskopf sowie Reinhard Bohlmann im Auto nach Rotenburg. Schon die Hinfahrt war für mich ein kleines Erlebnis. Wer von der holländischen Grenze kommt, ist es nicht gewohnt, solche Weiten in den Blick nehmen zu können.

Ich hatte ein Einzelzimmer und habe die beiden Nächte sehr gut geschlafen und mich im Zimmer wohl gefühlt. Schon das Abendessen war opulent, es gab nicht nur Salate und Brot mit Aufschnitt, sondern auch noch warme Nudeln mit Soße. Auch die kommenden Mahlzeiten waren üppig und lecker.

Es war für mich besonders beeindruckend zu sehen, wie sich die ältere Generation über die "Kleinen" gefreut hat und auch geduldig war, wenn es mal Unruhe im Raum gab. Schön, wenn Gemeinde so Lebensraum für alle Generationen ist!

Am Freitagabend wurden wir mit in das Thema der Freizeit genommen: "Hören". Jeder hat sein Lieblingsgeräusch vorgestellt (zum Teil in einem Rätsel verpackt) und hat kurz etwas dazu erzählt. Es war spannend für mich, einen ersten Eindruck von den Einzelnen zu gewinnen. An diesem Abend waren Bibelverse im Raum ausgelegt, jeder durfte sich einen nehmen und sollte bis zum Ende der Freizeit immer wieder auf die besondere Bedeutung neu "hören". Abends saßen wir noch nett im Clubraum zusammen.

Nach einer geruhsamen Nacht nutzte ich das erste Mal die Chance, schwimmen zu gehen. Das Schwimmbad des Hauses gefiel gerade den Kindern sehr. Doch um 7.15 Uhr traf ich dort kein Kind, sondern Ehepaar Knauf, mit denen ich einige Bahnen schwamm. Es war ein erfrischender Auftakt in den Tag.

Das anschließende Morgenlob war an beiden Tagen kurz und besinnlich, doch auch für die Kinder ansprechend von Susanne Weber und Kerstin Platte gestaltet. Nach dem Frühstück hörten wir von Reinhard Bohlmann, mit welchen verschiedenen Ohren jeder hört (zur Erinnerung: das Appell-Ohr, das Selbstoffenbarungs-Ohr, das Sach-Ohr und das Beziehungs-Ohr). Danach setzten sich die Erwachsenen in drei Gruppen zusammen und setzten sich mit dem Bibeltext aus 1. Samuel 3 und der vorher gehörten Theorie der vier Ohren auseinander. Es wurde besprochen, was einerseits das Hören hindern, und andererseits, was es fördern kann. Die Kinder bereiteten währenddessen ein ganz spezielles "Orchesterstück" vor. Sie spielten mit Instrumenten den Bibeltext nach und führten ihr Stück am Sonntag im Gottesdienst vor.

Nach dem Mittagessen und Kaffee und Kuchen brachen wir auf zu dem Aussichtsturm Alheimer, den wir allerdings zunächst mit einem Fußmarsch mit einiger Steigung erreichen mussten. Vom Aussichtsturm hatten wir einen tollen Blick in die Umgebung. Ich konnte die lockeren Gespräche beim Spazieren genießen.

Nach dem Abendessen konnte jeder, der ein originelles oder ihm besonders liebes Instrument mitgebracht hatte, dieses allen vorspielen. Es war ein amüsanter Abend mit einigen Instrumenten, die ich noch nie vorher gesehen habe. Danach folgte die vorher schon von Reinhild Bohlmann angekündigte Überraschung, wir fuhren mit Autos in die Innenstadt. Dort wurden wir von einem Nachtwächter durch die Stadt geführt. Dieser wusste viele (aus meiner Sicht manchmal auch weniger interessante) Details zu den Plätzen, Gassen und Häusern. Sogar Fackeln wurden angezündet. Zum Schluss bekamen die schon sehr ermüdeten Kinder Anhänger geschenkt. Auch an diesem Abend saßen wir noch nett im Clubraum zusammen. Es war eine lockere Atmosphäre mit leckeren Knabbersachen und Getränken. Dennoch habe ich mich nicht allzu spät ins Bett gelegt - der Tag hatte mich geschafft.

Am Sonntag fand nach dem Morgenlob und Frühstück ein etwas anderer Gottesdienst statt. Das Kinderorchester hat mich besonders begeistert. Biblische Geschichten so nachzuspielen, ist eine gute Möglichkeit, spielerisch mit Bibeltexten umzugehen und sie zu verinnerlichen. Es folgte eine Andacht vom Pastor und viele einzelne Beiträge zu den am Freitag gezogenen Versen. Dabei habe ich gemerkt, dass Gott schon viel Geschichte in euren Leben geschrieben hat. Es war ermutigend zu hören, wie konkret die Bibel in eure Leben hineingesprochen hat. Nach dem Gottesdienst folgte noch eine Feedback-Runde. In ihr wurde deutlich, dass die Freizeit gerade in Bezug auf die Gemeinschaft als besonders gelungen empfunden wurde.

Ich bin froh, euch gerade am Anfang meines Praktikums in einer so lockeren Atmosphäre kennen gelernt zu haben. Danke für eure Offenheit und Herzlichkeit.

Lena Figge

Start der Wanderung
Start der Wanderung
Der Nächtwächter von Rotenburg
Der Nachtwächter von Rotenburg
Katrin Platte verteilt Ohren
Katrin Platte verteilt Ohren
Rast am Alheimer
Rast am Alheimer
Der vertonte Bibeltext der Kinder
Der vertonte Bibeltext der Kinder