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Ein Engel ist doch kein Maikäfer
Autorenlesung mit Albrecht Gralle


Für mich war der Abend mit Albrecht Gralle ein besonderer Abend. Die Atmosphäre, die die Engelbilder ringsherum ausstrahlten, war einmalig. Das warme Licht schien direkt von dort auf uns Zuhörer zu fallen. In solchem Ambiente wurden Bilder und Erzählungen fast zu einer Einheit. Es gab keine langweilige Minute. Ideenreich und vielfältig ließ der Autor seine "Engelporträts" an uns vorbeiziehen. Spannend und mit oft verstecktem Humor erreichten Albrecht Gralles Geschichten die Herzen der Zuhörer.

Nach einleitenden Worten zum Thema Engel gab es zunächst eine Liebesgeschichte. In "Der Schneefall" nahmen wir schmunzelnd wahr, wie sich zwei Menschen finden können, indem sie - rein zufällig - gemeinsam in den Schnee fallen.

Die Geburt Jesu nach Bielefeld zu verlegen, darauf muss erst einer kommen. "Zu Bielefeld geboren" - hätte doch sein können - oder zu Kassel oder Hofgeismar! Nicht schlecht, sich das einmal vorzustellen.

In "Ein Engel ist doch kein Maikäfer" belauschten wir zwei Menschen im Zug beim Gespräch über Engel. Dass der eine Gesprächspartner ein echter Engel war, das war die Überraschung in der Geschichte: Er war nämlich plötzlich verschwunden.

Der kurzweilige und nachdenkenswerte Abend endete mit einer Geschichte zur letzten Strophe von Paul Gerhardts Lied "Die Güldne Sonne". Dort heißt es am Schluss: "selige Stille wird mich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht". Nachdem wir einen Blick in den himmlischen Garten werfen durften, bemerkte Albrecht Gralle augenzwinkernd: "Wenn Sie morgen sterben, wissen Sie schon, was Sie erwarten wird."

Ilse Knauf

Albrecht Gralle

Albrecht Gralle

Im Gespräch

Im Gespräch mit Zuhörern