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Gut gegessen - viel gelacht
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Vom ersten Moment nach der Abfahrt am Montag, den 2. Oktober um sieben Uhr, war alles voller Überraschungen für mich. Mein Rollstuhl war schon im Bus. Ich hatte ihn vorausschauend mitgenommen, da ich gehbehindert bin und mich schon auf manchen Verzicht eingerichtet hatte. Doch alles kam ganz anders. Nachdem wir in Rothenburg ob der Tauber eine Rast eingelegt hatten, kamen wir im Schloss Hersberg, unserem wunderbaren Hotel am schönen Bodensee, an. Wir fühlten uns gleich in den Zimmern heimisch. Nachdem wir ein gutes Abendessen eingenommen hatten und der Palotiner-Abt uns die Geschichte von Schloss Hersberg vorgetragen hatte, zwang uns die große Reisemüdigkeit zum frühen Zubettgehen. Am Dienstagmorgen nach einer biblischen Besinnung in der Schlosskapelle und einem guten Frühstück sind viele nach Meersburg gewandert, andere sind mit dem Bus gefahren. Dort haben wir den Hafen und die verwinkelte Altstadt erobert. Manche haben die Burg erklommen, wo Annette von Droste-Hülshoff gelebt hat. Frau Fornaçon, die Mutter unseres Pastors, hatte alles sehr gut vorbereitet und auch ich konnte alles mitmachen, denn der Rollstuhl stand immer fahrbereit vor dem Bus. So manches liebe Gemeindemitglied hat mich bergauf und bergab durch die schöne Stadt gerollt. Dann haben wir am Nachmittag nach einer guten Mittagsruhe die wunderschöne Insel Mainau mit ihren blühenden Dahlien mit Fähre und Bus angefahren. Ein Regenschauer ließ uns pitschnass werden. Auch die Wallfahrtskirche in Birnau hat uns begeistert. Eine sehr gepflegte, einsame, wunderbare Barockkirche. Wir waren sehr angetan von der Pracht und der Atmosphäre, die dieses Gotteshaus ausströmt. Am Mittwoch ging es wieder mit Fähre und Bus nach Konstanz, wo die lebhafte Stadt uns begeisterte. Und ich im Rollstuhl war immer dabei. Das Mittagessen in der Bleiche, einem Industriedenkmal direkt am Rhein, war etwas Besonderes: Einfachheit und Schönheit und große, schönste Auswahl an gutem, reichlichem Essen. Nach der Stärkung war dann Stein am Rhein auf der Schweizer Seite unser Ziel. Dort haben wir einen Stadtbummel gemacht - mit gemütlichem Kaffeetrinken auf der Straße und mit Einkäufen. Das Hermann-Hesse-Museum war unser Ziel. Wir sahen, wie er gelebt und was er geschaffen hat. Schließlich sind wir am Untersee entlang zurück nach Immenstaad gefahren, in unser Schloss Hersberg. Am Donnerstag hatte Frank Fornaçon einen Segeltörn mit einem Lastensegler geplant. Mit der Lädine, die nach Vorbildern von vor 500 Jahren gebaut war, segelten wir zwei Stunden quer über den See. Es war sehr spannend. Unser Pastor war immer unser guter Begleiter und seine Mutter hatte alles gut vorbereitet. Am Nachmittag stand Schloss Langenstein, der Sitz des Grafen Douglas, auf dem Programm. Dort ist ein einmaliges Fastnachtsmuseum eingerichtet. Wir hatten eine interessante Führung und es wurde ein vielfältiges Erlebnis, denn in Baden wird die Fastnacht sehr volkstümlich und intensiv gefeiert, mit künstlerischen, wertvollen, geschnitzten Masken und Kostümen. Auch das gab uns einen Eindruck von Land und Leuten. Ein Dünneessen in einem badischen Bauernhof gab dann noch einmal der Vielfalt unserer Erlebnisse Ausdruck. Hier gab es frischen Apfelmost und Apfelsaft und frisch gebackenen Flammkuchen in vielen Formen: mit Zwiebeln, Speck, Knoblauch, Lauch und Käse, am Ende auch noch mit Äpfeln. Die 36 Teilnehmer haben gut gegessen und viel gelacht. Wir waren ein fröhlicher Haufen. Es waren so viele neue Eindrücke in den fünf Tagen. Ich habe alles mitmachen können, weil die lieben Mitreisenden mich immer mitgerollt haben. Dank an alle, die mir beigestanden haben. Karla Kumpf |
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Trockenübung vor der Fahrt |
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Auf dem See |
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Stadtbesichtigung |
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