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Ganz anders könnte man leben
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Feste Regeln, Abläufe und Formen geben im Leben Halt und Sicherheit. Das gilt auch für den Gottesdienst. Fragen wie: "Wie wird wohl die Sitzordnung sein?" oder: "Muss ich dabei irgendetwas mitmachen?", brauchen wir uns bei den normalen Abläufen nicht zu stellen. Ungewohntes hilft uns im Leben, uns neu zu erfahren und uns in unserem Umfeld wahrzunehmen. So tut es uns (vor allem im Nachhinein) gut, neue Formen kennen zu lernen und auszuprobieren. Der Brunch-Gottesdienst im Mai war so eine ganz andere Form, den Sonntagmorgen miteinander zu verbringen. Es war eine Mischung aus: "Heute morgen mal nicht in die Gemeinde, sondern irgendwo zum langen, gemütlichen Frühstück einkehren" und wie sonst auch, der Predigt zu lauschen. Diese hatte sehr passend das Thema der Speisung der 5 000 mit fünf Broten und zwei Fischen. In einem Gemeinschaftsteil hörte die Gemeinde dann von verschiedenen Besuchern Zeugnisse, von Erlebnissen, bei denen es ihnen auch so ergangen war wie in der biblischen Begebenheit: "Eigentlich kann es nicht reichen, was da ist, doch wenn wir uns im Glauben darauf einlassen, können auch wir die Erfahrung machen, dass sogar noch etwas übrig bleibt." Für den im Juni folgenden Gästegottesdienst hatte das Vorbereitungsteam das Thema "Ganz anders könnte man leben" in einer wiederum ganz anderen Form gewählt. Wie sonst selten wurde den Teilnehmern die eigene Verstrickung in Form einer "gefesselten" Vera Vogeley, die auf einem bequemen Sessel sitzend nicht mehr allein frei kam, vor Augen geführt. Erst der andere, der die Schere bringt, hilft in so einem Augenblick zur Selbsthilfe. Unausgesprochen und doch präsent war in diesem besonderen Gottesdienst das Bibelwort: "Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei". Michael Rempe |
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Die Predigt während des Brunches |
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| Lösen der Fesseln | ||||||