Sie befinden sich hier: Home -> Events -> Rückblicke -> Literatur und Musik

Weil es so schön ist
Literatur und Musik am 21. April 2005


Der geschmückte Saal

"Weil es so schön ist" ... lauschten die Teilnehmer Simone Ahlbrechts Geschichten und Gedichten, die Charlotte Rempe und Ilse Knauf mit Geigen- und Klaviermusik umrahmten.

Wir begleiteten Herrn Minkel in der heiter-besinnlichen Geschichte <Weil es so schön ist> durch verschiedene Gemeinden. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, alle Gemeinden in der Stadt zu besuchen und zu bewerten. Mit seinen Minuspunkten, die er verteilte, ging er recht großzügig um: Sei es für schlechtes Äußeres und ungegorenen Rebensaft in der einen Gemeinde oder zu fröhlichem Gesang in der anderen. Nachdem er in einer dritten mit feierlichem Gesang fast einschlief, erlebte er auf dem Nachhauseweg in einer Gemeinde, die durch seinen Test schon durchgefallen war, endlich menschlichen Kontakt, was ihn dazu bewegte, seine Bewertung noch einmal neu zu überdenken.

Nach einem fröhlichen Musikstück und einigen Gedichten kam die Geschichte von <Ella>, einer allein stehenden Dame. In rund 25 Minuten, durch eine 10-minütige Pause unterbrochen, machten die Teilnehmer eine Reise durch die Höhen und Tiefen von Ellas Leben. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen beschrieb Simone Ahlbrecht Ellas letzten Lebensabschnitt. Sie taucht in die Vergangenheit ein und wacht in der Gegenwart wieder auf. Ella durchlebt Erinnerungen aus ihrer Kindheit, Jugend, Ehe und Ereignisse mit ihrer Tochter.

Auf ihren Spaziergängen stürzt sie gelegentlich und wacht im Krankenhaus wieder auf, lässt sich aber immer wieder auf eigenen Wunsch entlassen, bis sich zum Schluss mit ihrem Enkel an der Seite ihre Augen für immer schließen. Getragene Musik half, diese anrührende Geschichte auf sich wirken zu lassen.

Simone Ahlbrechts Geschichten erschließen sich dem Zuhörer erst Stück für Stück. So auch die Geschichte von Funny und Erich, bei der man zunächst den Eindruck gewinnt, man hätte es mit einem jugendlichen Liebespaar zu tun: Als sie sich im Kino behutsam näher kommen oder als Funny von einer Frau gemaßregelt wird: "Musst du dich immer mit diesem Erich treffen, der ist viel zu alt für dich." Oder als Funny sagt: "Ich ziehe aus." Umso überraschender ist das Ende, als Erich Funny eine Art Heiratsantrag macht und sie antwortet: "Meinst du wirklich, dass ich mit 79 Jahren noch einmal heiraten soll?"

Nach einem weiteren Musikstück kam zum Schluss noch eine von Simones Kindergeschichten: von Nele, dem Schneckenkind. Ein kurzweiliger und besinnlicher Abend!

Angelika Langlotz

Simone Ahlbrecht erzählt

Das Quiz

Musikalische Umrahmung