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Bundesrat von oben und unten
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Reinhard Bohlmann, Mitarbeiter in dem Komitee Kasseler Gemeinden: "Dieser Mitarbeiterkreis war sehr gut organisiert, es gab natürlich auch viel Arbeit. Mehr als 60 Leute haben sich eingebracht: in der Halle, um die Halle herum und auch vorher schon. Es hat Spaß gemacht, mit den Geschwistern aus allen Kasseler Gemeinden zusammenzuarbeiten. Die Mitarbeiter sind auch toll mit Getränken und Essen verpflegt worden, das war prima. In der Halle selbst habe ich gemerkt, dass das für die Abgeordneten ein wahnsinnig langer Tag ist. Von morgens 9 Uhr angefangen, wer schon zur Bibelarbeit da sein wollte, bis abends spät, die waren schon am Freitagabend fix und fertig. Es war wirklich ein Marathon, ein Stress. Begegnungen, sehr intensive Gespräche, fröhliche Gesichter, eine gute Ausstellung waren da und ich habe zwischendurch auch mal Zeit gehabt, am Freitagmorgen eine ganz tolle Bibelarbeit zu hören. Ich habe also nicht nur gearbeitet. Alles in allem hat es mir Spaß gemacht." Siegfried Großmann, Präsident unseres Bundes: "Ich habe die Geschichte ja nur immer von oben gesehen. Ich hoffe, nicht von oben herab, viel höher waren wir auch nicht. Für mich war es einer der wenigen Bundesräte - ich habe schon mindestens 35 im Lauf meines Lebens erlebt -, wo mir keine Klagen über die Halle, die Organisation und das Ortskomitee an die Ohren gedrungen sind. Wir haben sehr viel Platz gehabt, wir haben sehr gut damit gelebt, dass jeder sich seine Verpflegung selbst suchen konnte ohne Schlangestehen. Die Ordner waren immer mit den Papieren zur richtigen Zeit da, was bei so einem Bundesrat schwierig ist, weil man nie weiß, wann man bei welchem Punkt ist. Was ich persönlich erlebt habe: Wir hatten ein bisschen Sorge, dass ein Bundesrat, der sich über viele Stunden mit Verfassungen und Ordnungen beschäftigen muss, eher den Unwillen der Abgeordneten hervorruft, das wäre auch nichts Unnormales gewesen. Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass alle sehr intensiv mitgearbeitet haben, weil sie merkten, dass es sein muss. Wir haben anhand von Ordnungsproblemen einen Teil unserer Krise erlebt. Einen ganzen Tag lang, praktisch ohne große Unterbrechungen, solche Diskussionen zu führen, das hat schon lange nicht so gut funktioniert wie dieses Mal. Auch für die Verhandlungsleiter war es schwierig, wenn 650 Leute zu einem Ordnungspaket von ungefähr 40 Seiten zu jedem Satz etwas sagen können und dann sind wir ja auch noch Baptisten, wo jeder sowieso zu jedem was zu sagen hat. Insofern bin ich sehr dankbar und bin eigentlich auch nicht müde, weil man nach einem Bundesrat eigentlich immer besser drauf ist als vorher." Reinhild Bohlmann, Abgeordnete unserer Gemeinde: "Ich habe im Gegensatz zu Siegfried Großmann alles von unten erlebt. Wir haben viel gearbeitet. Wir haben viel gedacht. Es war auch mit der Zeit lange zu sitzen, aber ich habe den Bundesrat seit Jahren nicht so konstruktiv und mit einer so guten Atmosphäre erlebt. Das spiegelte sich für mich in erster Linie bei den Verhandlungsleitern wider. Sowohl die Verhandlungsleiter als auch die Teilnehmer haben lange nicht so viel gelacht wie dieses Mal und waren auch nie so locker. Wenn ich an den Bundesrat vor drei Jahren denke, empfand ich damals: Warum muss ich mir so was antun? Ich bin froh, dass sich da wirklich so viel verändert hat. Auch wenn zu spüren ist, dass die Krise noch vielen zu schaffen macht. An dem veränderten Klima hat auch Siegfried Großmann mitgewirkt und ich bin ihm dankbar, denn ich weiß, dass seine Art zu verbinden, auszugleichen und Frieden zu stiften dabei sehr wichtig war. Deshalb haben wir ihn dort auch als Präsident wiedergewählt." Echo der jungen Leute vom Gemeindejugendwerk und aus der Bibelschule Elstal: "Die Gemeinde Kassel-West war ein wundervoller Gastgeber. Ich war sehr berührt von der Freundlichkeit, die sie uns entgegenbrachte. Sie begrüßten uns, boten am Donnerstag einen netten Grillabend an und verpflegten uns auch noch mit einem üppigen Frühstück. Diese gelebte Nächstenliebe ist leider nicht überall selbstverständlich." Gastfreundschaft: Wir beherbergten 17 junge Leute im 1. Stock, die am Bundesrat teilnahmen. Ruth Leise und Renate Rettich übernahmen die Betreuung. Viele andere waren in den Wohnungen der Mitglieder unserer Gemeinde untergebracht. Vielen Dank an alle, die ihre Häuser geöffnet haben. Go West - Barbecue in unserer Gemeinde: Eingeladen waren die Besucher des Bundesrates, um im Hof bei Würstchen und Getränk den Abend ausklingen zu lassen. Obwohl es kalt war, konnten wir am Donnerstag viele Gäste begrüßen. Es wurden reichlich Gespräche geführt. Interessant war es, ungezwungen andere Baptisten kennen zu lernen. Oder Menschen neu zu begegnen - ich traf jemanden aus meiner Kindheit wieder, den ich 40 Jahre nicht gesehen hatte. Am Freitag war es dann noch kälter und in der Stadthalle verschob sich das Programm nach hinten. So wurde unser Gartenlokal an dem Tag nur von wenigen angenommen. Dafür kamen am Freitag die weitesten Besucher aus Kamerun und genossen hessische Würstchen. Dem Team hat es viel Spaß gemacht und die Gemeinschaft wurde gestärkt. Reinhild Bohlmann |
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