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Gottes Aufträge ausführen
Besuch von Lionel Minard und Elias Gonjil


Angemeldet war die Familie Minard mit Elias aus Kamerun, doch Lionel kam als einziges Familienmitglied. Die Kinder hatten Ferienprojekte und so war bei ihnen ein Kommen und Gehen, so dass Gudrun zu Hause blieb.

Trotzdem freuten wir uns über die Ankunft der beiden Männer und feierten am Freitagabend ein Grillfest in Bohlmanns Garten. Viele Gäste aus unserer Gemeinde kamen und nutzten die Gelegenheit, neu mit den Besuchern Kontakt zu knüpfen. Durch seine offene und herzliche Art war es nicht schwer, mit unserem Kameruner Gast Kontakt zu bekommen, trotz Sprachschwierigkeiten. So war es kein Wunder, dass sich am nächsten Abend wieder eine ganze Gruppe zu den Wasserspielen in Wilhelmshöhe traf.

Beim gemeinsamen Gemeindesonntag brachte Lionel Grüße seiner Familie und der Gemeinde Chauny. Er war zu uns gekommen, auch um Elias die Chance zu geben, nach Kassel zu kommen und für die finanziellen Hilfen in den letzten Jahren zu danken. Im Gottesdienst hielt Lionel die Predigt: "Gott erwartet, dass wir die Aufträge ausführen, die wir zu tun aufgetragen bekommen. Wir sind aufgerufen, sie sofort zu erledigen. Aber oft sieht es bei uns anders aus. Die einen sagen Ja und gehen. Die anderen sagen Ja und gehen nicht. Dann gibt es welche, die Nein sagen und doch gehen. Haben wir nicht gleich die Bereitschaft, ist es besser, dann doch nach einem gefundenen Ja zu gehen, als in der Neinhaltung zu bleiben." Die Predigt wurde von Reinhard Bohlmann übersetzt. Vor und nach dem Mittagessen berichtete Elias Gonji aus Zidim.

Es fehlt in Zidim eine Mittelschule, berichtete er. Der Standort stehe fest und auch die Baupläne seien fertig, nur eines fehle noch: Geld, um die Schule in dem kleinen Ort Zidim in Nordkamerun bauen zu können. Elias Gonji, Abgeordneter aus Kamerun, besuchte unsere Gemeinde, um das Projekt zu planen und über die Finanzierung zu sprechen. Die meisten Kinder könnten nach der Grundschule keine weitere Schule besuchen. 30 Kilometer entfernt sei eine Mittelschule - zu weit, um täglich zu pendeln, zumal keine Busse fahren. Außerdem wäre ein Schulbesuch für viele Familien zu teuer, weil neben dem Schulgeld noch Unterbringungskosten hinzukämen. Zudem müssten viele Kinder auf dem Feld mitarbeiten, was nur möglich sei, wenn sie auch zu Hause wohnten.

Im Frühjahr soll das Schulgebäude fertig sein. Zwei Räume sind vorgesehen, in denen je 60 Schüler untergebracht werden sollen - für Kamerun durchaus normal. 21.000 € werden für die neue Schule benötigt. Elias berichtet weiter: Baumaterial wolle man aus der Umgebung beschaffen, die meisten Arbeiten sollten Bewohner aus Zidim leisten. Wenn das Gebäude gewisse Bedingungen erfülle, mit Tischen und Bänken ausgestattet sei, könne Elias Gonji bei der Regierung einen Lehrer anfordern.

Seitdem wir in den 70er Jahren dort gearbeitet haben, haben wir als Ehepaar Bohlmann Kontakt nach Zidim. Wir als Gemeinde haben in den 80er Jahren Minards nach Kamerun ausgesandt und über viele Jahre die Arbeit mitgetragen. Auch danach haben wir die nordkameruner Gemeinde bei Projekten weiter unterstützt. Dabei war Bildungsarbeit stets ein wichtiger Punkt. Auch die vor Jahrzehnten geschaffene Grundschule geht auf eine Initiative der Gemeinde in Zidim zurück.

Bei allem besteht aber nicht nur Hoffnung, dass von außen Hilfe kommt. Die Dorfbewohner haben schon selbst eine kleine Summe zusammengetragen und stehen zur Eigenleistung bereit. Lionel Minard aus Frankreich will mit seiner Gemeinde in Chauny das Projekt unterstützen und Geld sammeln. Auch wir als Gemeinde Kassel-West sind gefragt, finanziell das Projekt zu unterstützen.

Reinhild Bohlmann

Lionel Minard predigt

Lionel Minard predigt, Reinhard Bohlmann übersetzt.

Segenswünsche

Segenswünsche auf Bildkarten

Elias Berichtet

Bericht von Elias Gonji

Reinhild und Elias

Reinhild und Elias