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Warum ist der Abend heilig?
Christvesper 2004


Heiligabend. 24.12.2004. Die Aufregung steht den Kindern ins Gesicht geschrieben. Pünktlich um 16 Uhr beginnt die Christvesper, zu der die Kinder der Sonntagsschule ein Weihnachtsspiel aufführen wollen. "Warum ist der Abend heilig?", fragt Marion Schmidt, die durch den Nachmittag leitet. "Weil Gott seinen Sohn in diese Welt gesandt hat", beantwortet sie die Frage.

In gekonnter und bewährter Weise führen die Kinder unter der Leitung von Ralf Langlotz das Weihnachtsspiel in Anlehnung an Lukas 2 auf. Mit Trompetensignal (Michael Rempe) wird der Aufforderung des Kaisers Augustus (Jens Platte) Folge geleistet, dass sich jede/r auf den Weg in ihren/seinen Geburtsort begibt, um sich dort einer Volkszählung zu unterwerfen. Die Rollen Maria und Josef übernehmen Annalena Ryschko und Malte Opitz. Katharina Ryschko und Moritz Platte stellen die Herbergseltern dar. Es entspinnt sich ein Gespräch unter den Hirten auf dem Feld (Moritz Platte, Mareike Opitz und Katharina Ryschko) über den versprochenen Retter. Den Chor der Engelschar bildet die Gemeinde mit dem Kanon: "Ehre sei Gott in der Höhe". Leon Rempe überbringt die Engelbotschaft den Hirten, die nicht so recht an die Geburt eines Retters glauben können. "In einem Stall? Warum nicht in einem Palast?", fragen sie sich.

Doch wer würde sie mit ihrer Hirtenkluft in einem Palast empfangen wollen? Niemand! Außer - vielleicht das neugeborene Kind?! Gegen allen Widerschein machen sie sich dennoch auf den Weg zum Stall - man kann ja nie wissen... Und tatsächlich! Dort finden sie schließlich das Kind in einer Krippe liegend. Endlich können die Hirten die frohe Nachricht von Gottes Heil allen Menschen verkünden. Zwischentexte aus Lukas 2, gelesen von Renate Schneller umrahmen die spielerische Gestaltung der Kinder. Flöten (Ingeborg Waßmuth, Ilse Knauf und Hans Welskopf), Violinen (Charlotte Rempe und Mareike Opitz) sowie Violoncello (Ulrich Marks-Fährmann) und Klavier (Stephan Platte) spielen auf und geben der Darstellung einen würdigen Rahmen.

Zum guten Schluss schlüpft Pastor Hinrich Schmidt in die Rolle des Jesaja und dokumentiert dies mit einer Schirmmütze, auf deren Stirnseite die Buchstaben
J-E-S-A-J-A (= Gott rettet) zu lesen sind. In Dunkelheit und Abwesenheit Gottes, in Ausweglosigkeit und Angst (Wer hätte ein Seebeben mit verheerenden Wirkungen in Südostasien knapp zwei Tage später überhaupt vermuten können?!) des Volkes Israel bricht ein helles Licht hervor. Gott wird sein Volk und alle Völker retten und kündigt dazu die Geburt eines Kindes an, das er schon Jahrhunderte vorher mit nachdenklichen Namen belegt (Jesaja 9, 1.5.6). Für alle unerwartet nimmt der Pastor vom Schmuck des Weihnachtsbaumes ein Osterei ab, das die Unauflöslichkeit von Krippe und Kreuz symbolisiert.

Als die Präsente für die Kinder verteilt worden sind, spürt man ihnen die Freude über eine rundum gelungene Aufführung ab. Entspannung ist aber immer noch nicht auf ihren Gesichtern zu verzeichnen. Denn da liegt der Heilige Abend mit vielen weiteren Geschenken vor ihnen.

Herbert Jäger