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"Im Westen nichts Neues"
5. Stadtteilkonferenz Kassel-West


Am 11.9.2004 fand wieder die jährliche Stadtteilkonferenz Kassel-West in den Räumen unserer Gemeinde statt, bei der es um Themen rund um das Leben und Arbeiten in Kassels Vorderem Westen ging.

Unter den etwa 30 Teilnehmern der Veranstaltung waren auch hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft vertreten.
So konnte der Sitzungsleiter Wolfgang Hebel, u. a. den Oberbürgermeisterkandidaten Bertram Hilgen sowie Prof. Dr.-Ing. Helmut Holzapfel von der Universität Kassel begrüßen.

Prof. Holzapfel begann dann auch den Vormittag mit seinem hochkarätigen Vortrag "Der Vordere Westen im Spiegel der Forschung" worin er über die Ergebnisse des gerade abge-schlossenen EVALO-Projekts berichtete. Zur Erinnerung: EVALO ist das bundesweite Forschungsprojekt "Eröffnung von Anpassungsfähigkeit für lebendige Orte" das im Rahmen des Forschungsprogramms "Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert" in Teilprojekten von mehreren Universitäten durchgeführt wurde. Das Teilprojekt 7 "Städtebau, Wohnorganisation und Kommunikation" wurde von der Uni Kassel betreut und darüber handelte auch Prof. Holzapfels Vortrag im Wesentlichen.

Fazit daraus: Die städtebauliche Struktur des Kasseler Westens mit ihren dezentralen Einkaufsmöglichkeiten, kreuzungsreichen Straßenzügen, oftmals vielen kleinen Vorgärten und vielfältig vorhandenen öffentlichen Begegnungsflächen (um hier nur einige Aspekte zu nennen) bietet recht vorteilhafte Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität und dient zwischenzeitlich als Vorbild für die Anlage neuer Stadtteile in anderen Städten.

Wer sich für die ausführlichen Ergebnisse dieser Studie interessiert, kann sich über das Internet unter www.uni-kassel.de/fb13/evalo informieren.

Im Anschluß an diesen Vortrag gaben die Vorsitzenden der verschiedenen Arbeitsgruppen ihre Kurzberichte über den Stand der Entwicklungen ab. Hierbei wurde eine gewisse Ernüchterung über die Möglichkeiten der Einflußnahme auf städtische Planungen durch Bürgerinitiativen bemerkbar.

So mußte der Arbeitskreis Bebelplatz herbe Rückschläge bei der Verwirklichung des über Jahre hinweg im Einklang mit den Behörden erarbeiteten Umbaukonzepts für den Bebelplatz hinnehmen. Durch den personellen Wechsel im Amt hätte ein Politikwechsel stattgefunden, der die Ziele und Ergebnisse des Arbeitskreises nicht mehr würdige, so im Tenor der Vorsitzende des AK Bebelplatz, Holger Möller.

Auch der Arbeitskreis BePo-Gelände mußte über Verzögerungen bei der Umsetzung des Konzepts berichten. Diese seien hauptsächlich auf kleinere Unklarheiten bei der Finanzierung und fehlende verbindliche Zusagen von Investoren und Betreiber des geplanten Lebensmittelmarktes zurückzuführen.

Die Erkenntnis, daß zwischen dem Beginn und der Realisierung solcher Projekte oftmals viele Jahre liegen, sei den Bürgern nur schwer vermittelbar. Es müsse nun nach Möglichkeiten gesucht werden, die Umsetzung der Pläne zu beschleunigen.

Die Arbeitsgruppe "West 010" stellte ihr Projekt vor, das sich im Rahmen der Bewerbung Kassels um die Kulturhauptstadt Europas 2010 mit den Besonderheiten des Stadtteil West beschäftigt.

Nach der Mittagspause wurden dann Maßnahmen zur weiteren Vorgehensweise diskutiert. Schwerpunkt dabei bildete die Frage der Errichtung eines Stadtteilbüros, das die verschiedenen Aktivitäten der Arbeitskreise bündeln solle und als Anlaufstelle für die Bürger dienen kann um sich zu informieren, aber auch um Ideen und Anregungen zur Weiterentwicklung des Stadtteils zu geben.

Als die Konferenz dann gegen 15:00 Uhr endete, waren sich alle Teilnehmer einig, daß die bisherigen Aktivitäten in die richtige Richtung zielten und man sich durch die aufgetretenen Schwierigkeiten nicht den Mut nehmen lassen solle.

In diesem Sinne freut man sich schon jetzt auf die nächste Stadtteilkonferenz in unseren Räumen im nächsten Jahr.

Bernd Kleinert

Prof Holzapfel

Prof. Holzapfel bei seinem Vortrag

Infostand West 010

Der Infostand von West 010